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Hilfsprogramm p2fEnvelope

Anforderung

Beim Einsatz von Kuvertiermaschinen müssen die zu kuvertierenden Blätter meistens mit einem Strichcode am Rand des Blattes gekennzeichnet werden, damit die Maschine weiss, welche Blätter sie aufsammeln soll und bei welchem Blatt der eigentliche Kuvertierungsvorgang ausgelöst werden soll. Das Aussehen und der Aufbau der Strichcodes varieren zwischen den einzelnen Maschinen teilweise erheblich.

Einfache Lösungen verwenden konstante Markierungen für das Aufsammeln von Blättern und für das Kuvertieren. Für diese Art Marken gibt es in print2forms eine direkte Unterstützung in Form eines Attributes des Druckprozesses, welches die jeweilige Marke auswählt (siehe Tip Steuerung von Kuvertiermaschinen).

Wenn aber diese Strichcodes komplexer werden, weil Seitenzähler gebraucht, Zuführmagazine angesteuert oder Parity-Striche erzeugt werden müssen, reichen die Bordmittel von print2forms nicht mehr aus.

Realisierung

Für Fälle, in denen das normale Leistungsspektrum von print2forms nicht ausreicht, gibt es bei der Definition von Formularen ein System-Anfragefeld. Mit Hilfe diese Feldes kann während der Erzeugung eines Formulars ein beliebiges externes Programm aufgerufen werden, das dann die verlangte Aufgabe übernimmt. Dabei können auch Parameter an das Programm übergeben werden, die die zu lösende Anforderung definieren.

Für die Anforderungen der Kuvertiermaschinen einiger nahmhafter Hersteller (z.B. Francotyp-Postalia oder Stielow) wurde das Programm p2fEnvelope geschrieben. Das Programm wurde als sogenannte Systemfeldapplikation geschrieben, die nur innerhalb eines print2forms-Formulars in einen System-Anfragefeld verwendet werden kann.

Die folgenden Leistungsmerkmale von Kuvertiermaschinen werden unterstützt:

  • Optionale Seitenzähler mit 1 bis 3 Bit
  • Optionale Zufuhr zusätzlicher Blätter aus bis zu zwei Magazinen
  • Optionales Stopzeichen zum gesteuerten Anhalten der Maschine
  • Berechnung von Paritätszeichen

Ein Aufruf der Systemfeldapplikation ohne Parameter über die Kommandozeile (DOS-Box, Eingabeaufforderung, Konsole) zeigt eine kurze Beschreibung, die möglichen Parameter und ein paar beispielhafte Aufrufe an. Auch die Rückkehrwerte des Programms sind aufgelistet:

 p2fEnvelope V1.0  (c) 2012 by SPE Systemhaus GmbH
 
 Description:
  Generates barcode for controlling an folder and
  inserter machine. Up to two inserters are supported. 
  An optional 1 to 3 bit counter is available.
 
 Program parameters are:
  Mandatory parameter:
   <id>   Identifier of calling client or gateway
  Optional parameters:
   -f     Fold and put into envelope
   -s<s>  Continue/stop mark (s = 0, 1)
          (Default no continue/stop mark)
   -b<b>  Number of insert bins (b = 0 to 2)
          (Default no insert bins, b = 0)
   -i<b>  Insert sheet from bin (b = 1, 2)
   -c<n>  Counter width (n = 0 to 3)
          (Default no counter, n = 0)
   -r     Reset counter to zero
 
 General return codes:
     0 - Success
    -1 - Failed
    -2 - Unknown program option
    -3 - Program option expected
    -4 - Insert from bin 1 or 2 only
    -5 - Illegal counter width
    -6 - Illegal number of insert bins
    -7 - Illegal continue/stop code
     n - Windows error code
 
 Usage in system request field:
  p2fEnvelope -c3
     Collection mark with actual 3-bit counter
  p2fEnvelope -r -c3
     Collection mark with zero 3-bit counter
  p2fEnvelope 
     Collection mark without counter
  p2fEnvelope -f
     Fold and insert mark without counter
  p2fEnvelope -f -c3
     Fold and insert mark with actual 3-bit counter
  p2fEnvelope -f -b2 -i1
     Fold and insert from bin 1 mark without counter
  p2fEnvelope -f -b2 -i1 -i2
     Fold and insert from bin 1 and 2 without counter
  p2fEnvelope -f
     Fold and insert mark without counter
 
 print2forms (R)  is a registered trademark
                  of SPE Systemhaus GmbH

Wie anhand der Beschreibung zu sehen ist, sind der Seitenzähler, die Zuführungen und das Stopkommande optional. Im einfachsten Fall wird ein Aufruf von p2fEnvelope für das Aufsammeln und ein Aufruf von p2fEnvelope -f für das Kuvertieren bereits eine funktionierende Steuerung realisieren.

Soll dagegen ein 3-Bit Zähler genutzt werden, wären die entsprechenden Aufrufe p2fEnvelope -c3 für das Aufsammeln und p2fEnvelope -c3 -f für das Kuvertieren.

Wird die Zuführung eines Zusatzblattes aus dem ersten von zwei Magazinen benötigt, ändern sich die Aufrufe zu p2fEnvelope -c3 -b2 für das Aufsammeln und zu p2fEnvelope -c3 -b2 -i1 -f für das Kuvertieren. Die Angabe -b2 wird immer benötigt, weil dies der Applikation mitteilt, wieviele Bit im Strichcode für die Zuführungen vorgesehen sind. Die Angabe -i1 kann bei Zuführung aus dem zweiten Magazin gegen -i2 ausgetauscht werden. Soll aus beiden Magizinen gezogen werden, muss -i1 -i2 als Parameter übergeben werden.

Bei dieser Art der Steuerung (mit der letzten Seite eines Dokuments) werden die Zusatzblätter hinter dem letzten Blatt des Dokuments eingefügt. Es mag aber vorkommen, dass ein Einsortieren eines Zusatzblatts nach dem ersten Blatt des Dokuments gewünscht ist. In diesen Fällen muss dann der Strichcode auf dem ersten Blatt entsprechend ergänzt werden. Dazu bedarf es allerdings einer etwas komplexeren Seitenfolge im Druckprozess, als für den Standardfall, in dem nur die letzte Seite des Dokuments erkannt werden muss.

Hinweise

  • Vor seiner erstmaligen Benutzung muss das Programm p2fEnvelope in das Installationsverzeichnis von print2forms kopiert worden sein. Der Aufruf im System-Anfragefeld kann dann, wie hier gezeigt, ohne Pfadangabe erfolgen.
  • Das Programm p2fEnvelope kann nur über ein System-Anfragefeld mit Parametern aufgerufen werden. Der Grund dafür liegt darin, dass noch weitere Parameter benötigt werden, die vom Client oder Gateway vor dem eigentlichen Aufruf berechnet und in das sichtbare Aufrufkommando eingebaut werden müssen. In einer Konsole kann das Programm lediglich ohne Parameter aufgerufen werden, um die Hilfeinformation zu lesen.
  • Das Programm p2fEnvelope muss sich bei Verwendung der optionalen Seitenzähler den aktuellen Zählerstand merken. Dies geschieht mit Hilfe eines speziellen Registry-Eintrags der beim jeweiligen Client oder Gateway gespeichert wird. Dadurch wird vermieden, dass durch die parallele Nutzung des Programms durch mehrere Clients oder Gateways die Seitenzähler 'Sprünge machen'.
  • Für Fälle, in denen der Zähler auf Null zurückgesetzt werden muss, ist ein spezieller Parameter verfügbar. Abhängig von den Gründen für das Zurücksetzen muss dann natürlich ein entsprechendes Formular mit diesem Aufruf bestückt werden.
  • Für die Verwendung des Programms p2fEnvelope ist ein Eintrag in der Lizenzdatei der verwendeten Management-Konsole erforderlich.
print2forms/tips/tip37.txt · Zuletzt geändert: 2018-08-31 08:07 (Externe Bearbeitung)

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